Notstromversorgung - Gebäude- und Direktversorgung

Es gibt verschiedene Wege die eigenen elektronischen Geräte im Notfall weiter mit Strom versorgen zu können. Alle haben Vor- und Nachteile. In diesem Ratgeber gehen wir auf die wichtigsten Punkte zum Thema Notstrom und Generatoren ein. Falls Sie am Ende des Artikels noch Klärungsbedarf haben, melden Sie sich gerne per Mail oder telefonisch bei uns. Bei uns haben Sie jederzeit die Möglichkeit mit einem gelernten Elektriker mit Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik zu sprechen. Außerdem können Sie Ihren Wunschtermin für eine kostenlose Beratung ganz einfach über unser Onlinetool vereinbaren. 

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Grundregeln zum Thema Notstrom, insbesondere bei Gebäudeeinspeisungen

Als Einstieg ins Thema Notstrom finden Sie in diesem Abschnitt die wichtigsten Grundlagen, die Sie kennen sollten, um den richtigen Stromerzeuger für Ihren Anwendungsfall auswählen zu können. Wir gehen hier insbesondere auf unterschiedliche Anwendungsfälle für Stromerzeuger, das Problem einer eventuellen Schieflast bei Gebäudeinstallationen, sowie die Wahl des richtigen Aufstellorts für Stromerzeuger ein. 

1.1 Für welche Fälle brauche ich einen Generator?

Einen Generator benötigen Sie meistens für einen von drei Fällen. Abgesehen von einer Notstromversorgung von Verbrauchern, bzw. von kompletten Gebäuden fallen die meisten Anwendungsfälle entweder in den Bereich Freizeit (z.B. Camping und Garten), oder aber in den professionellen Bereich (z.B. Baustellen). 
Für jeden Anwendungsfall muss der gewählte Generator unterschiedliche Anforderungen erfüllen. In diesem Ratgeber wollen wir uns auf die Bereiche Notstromversorgung und Freizeit beschränken. Falls Sie einen Stromerzeuger für einen professionellen Anwendungsfall suchen, buchen Sie sich am besten direkt einen Termin mit einem unserer Experten. Durch die größere Individualität macht ein persönlicher Austausch hier mehr Sinn. Zur Buchung nutzen Sie gerne unseren Kalender. 

1.2 Schieflastproblematik bei Gebäudeeinspeisung

Sobald Sie einen 400V Verbraucher in Ihrem Gebäude betreiben wollen, benötigen Sie auch einen dreiphasigen Generator. Bei einer dreiphasigen Einspeisung werden die Phasen der Gebäudeinstallation mit je einer Phase des Generators versorgt. Schalten Sie dann Verbraucher an, die von einer Phase versorgt werden und haben in anderen Räumen zur gleichen Zeit keine Verbraucher in Betrieb, wird eine Phase beansprucht, die anderen aber nicht. So wird der Generator ungleichmäßig belastet, eine Schieflast tritt auf. 
Je nach Hersteller und Modell weisen Stromerzeuger eine unterschiedliche Schieflasttauglichkeit auf. Generatoren, die mit Schieflasten gut zurecht kommen, sind beispielsweise die Duplex Generatoren der deutschen Firma Endress. Diese Modelle empfehlen wir für dreiphasige Gebäudeeinspeisungen. Diese hochwertigen Generatoren haben natürlich auch einen Preis im oberen Segment. Günstigere Generatoren haben meist eine geringere Schieflasttauglichkeit. In unserem Sortiment seien hier die dreiphasigen Generatoren von Yorking Stager genannt. Diese weisen eine 20%ige Schieflasttauglichkeit auf und sollten eher nicht für eine Gebäudeeinspeisung genutzt werden. 

Das Problem der Schieflast kann umgangen werden. Eine dreiphasige Gebäudeinstallation kann mittels einer einphasigen Einspeisung versorgt werden. Es liegt meist in jedem Raum nur eine Phase, die dann durch die eine Phase eines einphasigen Generators versorgt werden kann. Bei einem einphasigen Stromerzeuger kann selbstverständlich keine Schieflast entstehen.
Falls Sie 400V Verbraucher haben (die meisten Haushalte haben heutzutage nur noch 230V Verbraucher), können Sie diese auch mit einem separaten dreiphasigen Generator betreiben. Sobald man nur einen Verbraucher betreibt, kann ebenfalls keine Schieflast auftreten. Die meisten Haushalte (ohne 400V Verbraucher) sind also mit einem einphasigen Generator gut beraten. Für den Rest bleibt die etwas unelegante Variante zwei Generatoren zu nutzen, oder einen hochwertigen, aber teureren Stromerzeuger zu erwerben. Zusätzlich zum preislichen Aspekt kommen aber aktuell große Lieferschwierigkeiten bei diesen Geräten, sodass eine Lösung mit zwei Generatoren Sinn machen kann, wenn Sie kurzfristig eine Lösung brauchen. 

1.3 Der richtige Aufstellort

Der wichtigste Aspekt bei der Wahl des richtigen Aufstellorts sind die anfallenden Abgase. Jeder Generator wird von einem Verbrennungsmotor betrieben, der Abgase produziert. Von einer Aufstellung innerhalb von Gebäuden raten wir dringend ab. Auch Lösungen mit Abgasschläuchen, oder -rohren sind potenzielle Fehlerquellen und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. 
Am sinnvollsten ist es daher den Stromerzeuger im Freien aufzustellen. Im Falle einer Gebäudeeinspeisung kann der Generator an der Außenwand aufgestellt werden. Falls der Stromerzeuger permanent an seinem Verwendungsort stehen soll, sollte er durch einen Unterstand vor Witterungseinflüssen und Feuchtigkeit geschützt werden. Auch wenn viele Generatoren mittlerweile eine IP-Zertifizierung haben, sollten Sie nicht über längere Zeit in stärkerem Regen stehen. Neben einem Unterstand sind je nach Generatormodell auch Schutzplanen erhältlich. Eine herkömmliche Plane aus dem nächsten Baumarkt, die entsprechend angebracht den Generator schützt, erfüllt ihren Zweck selbstverständlich auch. 
Die Einspeisestelle muss zwingend von einem Elektrofachbetrieb installiert werden. Ob man die gesamte Steckdose außen oder diese im Inneren des Gebäudes anbringt und im Bedarfsfall ein Kabel zum Generator legt, sollten Sie mit Ihrem Elektrofachbetrieb besprechen und auf den Rat der Fachleute vertrauen. 
Bedenken Sie bei der Wahl des richtigen Aufstellorts, dass es sich bei Stromausfällen um seltene Ausnahmesituationen handelt. In den meisten Fällen reicht ein manueller Anschluss der Geräte aus und man benötigt keine automatische Zuschaltung. Diese ist zwar komfortabler aber sicher nicht immer notwendig. 

1.4 Fazit Fragen Kapitel 1

Kapitel 2: Anwendungsalternativen - Gebäudeeinspeisung vs. Direktversorgung

Zur Verwendung eines Stromerzeugers gibt es grundsätzlich zwei Alternativen. Zum einen können Sie die zu betreibenden Verbraucher direkt an den Generator anschließen. Zum anderen kann die Versorgung über eine (Gebäude-) Installation erfolgen. Auf beide werden wir in diesem Abschnitt näher eingehen. Als Grundregel gilt: Die Versorgung über eine Gebäudeinstallation ist komfortabler und ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb von vielen Verbrauchern, ist aber insgesamt auch deutlich kostenintensiver im Aufbau. Will man im Notfall nur die wichtigsten Verbraucher für einen kürzeren Zeitraum weiter versorgen, kann man ruhig auf eine Direktversorgung setzen. 

2.1 Direktversorgung von Verbrauchern

Die Direktversorgung von Verbrauchern ist gleichbedeutend mit einer mobilen Versorgung. Hierbei schließen Sie die zu betreibenden Verbraucher direkt an Ihren Stromerzeuger an. 
Die größten Vorteile sind die im Vergleich niedrigeren (Installations-) Kosten und die schnelle Einrichtung der Notstromversorgung. Sie benötigen hier bei herkömmlichen, kleineren Stromerzeugern keine Fachkraft, um diesen in Betrieb zu nehmen und können den Stromerzeuger selbst am Verwendungsort einschalten. Eine Gebäudeinstallation muss immer von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Hier kommen also weitere Kosten auf Sie zu und Sie sind darauf angewiesen einen Fachbetrieb zu finden, der Ihnen die notwendigen Installationen für die Einspeisung durchführt. 

Der Vorteil, dass Sie Ihre Notstromversorgung selbst einrichten können, ist gleichzeitig auch ein Nachteil. Denn Sie müssen jedes Mal die Versorgung selbst einrichten, wenn Sie Strom benötigen. Hier ist die Versorgung mit Notstrom also immer mit etwas Aufwand verbunden. Zusätzlich bestehen Einschränkungen bzgl. der zu betreibenden Geräte. Kleine, mobile Stromerzeuger haben meist nur eine Steckdose. Man kann zwar mit Mehrfachsteckern arbeiten, aber man wird nie alle Verbraucher eines Haushalts über eine Steckerleiste betreiben können. Eine Direktversorgung der Verbraucher bringt also immer auch eine Einschränkung in Bezug auf die Verbraucher mit sich, die betrieben werden können. 

2.2 Gebäude Notstromversorgung

Die Einspeisung in Gebäudeinstallationen bietet eine komfortable Art der Notstromversorgung, verursacht jedoch auch erhebliche Kosten. 
Grundsätzlich kann eine Gebäudeeinspeisung auf unterschiedliche Weise erfolgen. Ausgangpunkt der Planung sollten immer die zu betreibenden Verbraucher sein. Sofern Sie keinen 400V Verbraucher besitzen, können Sie mit einem einphasigen Generator einspeisen. Dies bringt vor allem zwei Vorteile mit sich. Zum einen umgeht man so die Problematik einer eventuellen Schieflast (weiter oben bereits beschrieben) und zum anderen verfügt man so über die komplette Leistung des Stromerzeugers auf jeder Phase der Hausinstallation. 
Sollten Sie allerdings einen 400V Verbraucher betreiben müssen (oder wollen), müssen Sie auf einen dreiphasigen Generator zurückgreifen. Hier ist es dann wichtig einen Generator mit hoher Schieflasttauglichkeit zu wählen. 

In der Regel besitzt ein Gebäude eine dreiphasige Hausinstallation. In Räumen mit 230V Steckdosen liegt dann je eine Phase. In der Praxis liegt also eine Phase in Ihrer Küche, eine im Wohnzimmer, eine im Bad, eine im Flur, etc. 

2.3 Beispielrechnung Gebäudeeinspeisung vs. Direktversorgung

Die Vor- und Nachteile von Gebäudeeinspeisung und Direktversorgung sind nun bekannt. Um Ihnen einen Eindruck der Gesamtkosten der jeweiligen Notstromlösung zu geben, möchten wir die beiden Alternativen anhand einer Beispielrechnung einander gegenüberstellen. Wir haben hier die günstigste Art der Gebäudeeinspeisung gewählt. Je nach Stromerzeuger und zusätzlichen Bauteilen (z.B. ATS zur automatischen Umschaltung), entstehen hier weitere Kosten. Einen Stromerzeuger im Bereich von 10 kW wird mind. 4.000-5.000€ kosten und diese Lösung somit weiter verteuern. 

Direktversorgung der wichtigsten Verbraucher

Posten ungefähre Kosten
Stromerzeuger (z.B. ESE3000i mit 3 KW)
ca. 1.400€
Sonstige Einbauteile
0€
Einbaukosten (Fachunternehmen)
0€
Gesamtkosten
ca. 1.400€

Gebäudeeinspeisung

Posten ungefähre Kosten
Stromerzeuger (z.B. YDE7000TD mit 4,5 kW)
ca. 1.950€
Sonstige Einbauteile (z.B. Umschalter, Einspeisestecker, etc.)
ca. 450€
Einbaukosten (Fachunternehmen)
mind. 600€
Gesamtkosten
ca. 3.000€

2.4 Fazit Fragen Kapitel 2

Kapitel 3: Unterschiede zwischen Modellen

Unabhängig vom Einsatzort und der Art und Weise wie Sie Ihren Stromerzeuger einsetzen wollen, gibt es grundsätzliche Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen. 

3.1 Kraftstoffe Ihres Stromerzeugers

Stromerzeuger können mit unterschiedlichen Kraftstoffen betrieben werden. Zwei Kraftstoffe sind hierbei besonders weit verbreitet, Benzin und Diesel. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile. Die Wahl des richtigen Kraftstoffs ist immer anwendungsfallbezogen. Man kann nicht sagen, dass ein Kraftstoff einem anderen grundsätzlich überlegen ist. Dieser Ratgeber beschränkt sich ausschließlich auf diese zwei am weitesten verbreiteten Kraftstoffe. Bei Fragen zu anderen Kraftstoffen melden Sie sich gerne bei uns. 
Ein gern genannter Vorteil bei Dieselmotoren sind die niedrigeren Betriebskosten. Tatsächlich kann man sagen, dass Dieselmotoren etwas sparsamer sind und weniger Kraftstoff pro Zeiteinheit verbrauchen. Der Großteil der (früher einmal) niedrigeren Betriebskosten entsteht aber durch den günstigeren Dieselpreis. Aktuell ist dieser Vorteil im Prinzip nicht mehr existent, je nach Monat sogar eher in die andere Richtung gekippt. Bei der Wahl des für Sie besten Kraftstoffes können Sie also die Betriebskosten vernachlässigen und Ihre Entscheidung von anderen Punkten abhängig machen.

Die Lagerung von Diesel und Benzin unterscheidet sich stark. Hauptgrund für die notwendigen Unterschiede ist die stärkere Entzündlichkeit von Benzin. Die Grenze für eine Lagerung Zuhause beträgt in den meisten Bundesländern 20L. Zum Vergleich: In entsprechenden Kanistern können Sie wenige hundert Liter Diesel ohne weiteres Lagern. Auf die Lagermöglichkeiten von Benzin und Diesel und deren Kosten gehen wir weiter unten im Abschnitt “Preis” ein. 

3.2 Leistung Ihres Stromerzeugers

Wie viel Leistung Sie für Ihre Notstromlösung benötigen hängt stark von Ihren zu betreibenden Verbrauchern ab. Ausgangspunkt der Planung sollte es also immer sein, sich Gedanken zu seinem Bedarf zu machen. Eine kurze Liste der wichtigsten Verbraucher mit deren Verbräuchen (in W oder kW, kWh sind hier irrelevant, da der Generator auf die Spitzenlast ausgelegt sein muss und nicht auf den insgesamten Verbrauch pro Zeiteinheit). Kühlschränke verbrauchen beispielsweise insgesamt recht viel Energie, weil sie ständig laufen, nicht weil ihr punktueller Verbrauch außergewöhnlich hoch wäre. Überspitzt gesagt ist in Ihrer Rechnung also wichtiger den Wasserkocher zu berücksichtigen, als den Kühlschrank. 
In der Regel können Einfamilienhäuser mit Generatoren zwischen 4 und 11 kW versorgt werden. Besonders große Verbraucher sind z.B. E-Herde, Wärmepumpen, Wasserkocher, Durchlauferhitzer

Um Ihren Bedarf zu senken, können Sie die zu betreibenden Verbraucher begrenzen. Beispielsweise kann man bewusst darauf achten nur bestimmte (und vor allem nicht alle) Verbraucher zur gleichen Zeit zu verwenden. Diese Lösung birgt natürlich immer die Gefahr, dass Sie versehentlich zu viele Verbraucher einschalten. Eine Alternative ist es, die Notstromversorgung schon bei der Gebäudeverkabelung zu bedenken und alle “Notfall-Verbraucher” auf eine Phase zu legen. Im Notfall könnten Sie dann diese Phase versorgen, die anderen Phasen (und somit auch die Räume in denen Sie liegen) bleiben unversorgt. 
Wie bei vielen Punkten beim Thema Notstrom muss man auch hier zwischen Komfort und Kosten abwägen. Beachten Sie bei Ihren Überlegungen, dass es sich bei einem Stromausfall um eine Notsituation handelt. Im Notfall ist es sicherlich zu verkraften für einige Zeit auf einige Verbraucher zu verzichten. Große Lösungen klingen zwar sehr angenehm, sind aber oft nicht notwendig, wenn man bereit ist sich für einen gewissen Zeitraum etwas einzuschränken oder zumindest auf die Auswahl der Verbraucher achtet, sobald das Gebäude im Notstrombetrieb ist. Falls auch im Notfall Herd, Mikrowelle, Waschmaschine, Wasserkocher, etc. gleichzeitig betrieben werden sollen, sollten Sie auf einen ausreichend großen Stromerzeuger zurückgreifen. 

3.3 Phasen/ Spannung Ihres Stromerzeugers

Ein Stromerzeuger kann einphasig (230V) oder dreiphasig (400V) sein. Die Wahl, welcher Stromerzeuger der richtige für Sie ist, hängt an den zu betreibenden Verbrauchern. Einen 400V Generator benötigen Sie nur, wenn Sie auch einen 400V Verbraucher betreiben wollen. 
Eine Gebäudeinstallation ist in der Regel dreiphasig aufgebaut. In der Praxis liegt oft in jedem Raum eine Phase. Dort liegen dann 230V an und Sie können normale 230V Verbraucher betreiben. In einem solchen Szenario können Sie mit einem einphasigen Stromerzeuger in Ihre Installation einspeisen. Es besteht keine Notwendigkeit die drei Hausphasen mit drei unterschiedlichen Phasen zu versorgen. Diese können alle mit der einen Phase einen einphasigen Generators betrieben werden. 

230V (Wechselstrom) Steckdose

400V (Drehstrom) Steckdose

Anders sieht es aus, sobald mind. ein 400V Verbraucher betrieben werden muss. In diesem Fall benötigen Sie einen dreiphasigen Generator. Hierbei ist es dann aber enorm wichtig auf die Schieflasttauglichkeit des Generators zu achten. Zum Problem der Schieflasttauglichkeit siehe Kapitel 1.1. 

Verkürzt lässt sich sagen, dass eine dreiphasige Einspeisung aufwändiger und kostspieliger ist als eine einphasige Einspeisung. Wann immer möglich, sollten Sie also zu einer einphasigen Lösung greifen. 

3.4 Betriebszeiten Ihres Stromerzeugers

Stromerzeuger werden von Verbrennungsmotoren angetrieben. Die Charakteristiken des antreibenden Motors bestimmen die Betriebseigenschaften des Stromerzeugers. Am wichtigsten ist hier der Unterschied zwischen luftgekühlten und wassergekühlten Motoren. Luftgekühlte Motoren sind immer nur für einen zeitlich beschränkten Einsatz geeignet. Je nach Modell liegt diese Zeit meist unter 10 Stunden. Spätestens nachdem die modellspezifische Maximallaufzeit erreicht ist, muss der Motor wieder abkühlen. 
Sofern Sie ihren Stromerzeuger zum Dauerbetrieb nutzen möchten, benötigen Sie ein Modell mit einem wassergekühlten Modell, dass für den Dauerbetrieb ausgelegt ist. Diese Stromerzeuger sind bedeutend größer und schwerer als die kleineren luftgekühlten Aggregate. Im Einstiegsbereich gibt es hier zum Beispiel 10 kW Generatoren mit einem Gewicht von über 600kg. Vergleichbare luftgekühlte Modelle wiegen meist weniger als die Hälfte. 
Auch hier haben wir also wieder den Fall, dass Ihr Anwendungsfall festlegt welchen Generator Sie erwerben sollten. Für die meisten Fälle reichen luftgekühlte Generatoren aus, da Stromausfälle in Deutschland meist relativ schnell wieder vorüber sind und die meisten Menschen in den Abkühlungsphasen des Motors auf elektrische Energie verzichten können. Können oder wollen Sie dagegen eine Ersatzstromversorgung, die theoretisch auch 24/7 Energie liefern kann, sollten Sie zu einem entsprechend ausgelegten Modell greifen. 

Neben dem Einkaufspreis tauschen Sie vor allem Gewicht und somit Mobilität gegen die Möglichkeit des Dauerbetriebs, sofern Sie sich für einen großen wassergekühlten Generator entscheiden sollten. 
Zusammenfassend kann man sagen, dass luftgekühlte Aggregate eher für den mobilen und privaten Einsatz gedacht sind und schwere wassergekühlte Aggregate die professionellere Alternative der Ersatzstromversorgung sind. 

Luftgekühlter Benzin Generator
(benötigt Abkühlungsperioden) von Endress

Wassergekühlter Diesel Generator
für den Dauerbetrieb von K&W

3.5 Fazit Fragen Kapitel 3

Kapitel 4: Kaufkriterien für Generatoren

Neben den Eigenschaften eines Modells gibt es auch Kriterien für den Kauf eines Stromerzeugers, die von seinem Verwendungszweck und -ort abhängen. Wichtig für eine Kaufentscheidung sind neben dem Preis auch der Verbrauch und die Lautstärke eines Geräts. 

4.1 Preis

Wie bei allen Anschaffungen spielt der Preis auch bei einer Notstromlösung eine entscheidende Rolle. Wie oben beschrieben beginnen Direktversorgungen bei gut 1.000€, nach oben hin sind aber keine Grenzen gesetzt und bei einer kompletten Versorgung mit vielen Großen Verbrauchern und automatischer Umschaltung gelangt die Gesamtrechnung schnell über 10.000€. 
Man sollte daher überlegen was man wirklich benötigt und wofür man Geld investieren möchte. Neben den Kosten für den Generator an sich kommen bei einer Gebäudeinstallation noch weitere Kosten auf Sie zu. So kosten Bauteile wie Einspeisesteckdose, Kabel, manuelle oder automatische Umschalter (ATS) schnell einige hundert Euro. Die größte Unsicherheit besteht in den Kosten für den professionellen Einbau der Lösung. Je nach den Gegebenheiten vor Ort muss ein Elektriker mehr Bauteile (z.B. Kabel) verwenden und benötigt wenige oder mehrere Stunden Arbeit. Für den Einbau sollten Sie mind. 500€ kalkulieren. Bei aufwendigen Installationen können auch bis zu 3.000€ zustande kommen. Am besten lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag von Ihrer Elektrofachfirma anfertigen, um die Kosten abzuschätzen.

“Für eine Gebäudeeinspeisung sollten Sie inkl. Einbau mit mind. 3.000€ rechnen.”


Wenn Sie Ihr Gebäude über einen Längeren Zeitraum autark betreiben wollen, Sie also davon ausgehen, dass auch kein Kraftstoff mehr besorgt werden kann, müssen Sie entsprechend große Mengen Kraftstoff lagern. Die Grenze für die Lagerung von Benzin in Kanistern liegt meist bei 20L. Bei Diesel je nach Bundesland bei ca. 200L. Für eine wirkliche Autarkie benötigen Sie mehrere hundert Liter Kraftstoff und somit auch einen externen Kraftstofftank. Dieseltanks sind für einige hundert Euro erhältlich, Benzintanks schlagen eher mit 2.000-3.000€ zu Buche. Wichtig: Beide Kraftstoffe sind nicht beliebig lagerfähig. Handelsüblicher Diesel ist beispielsweise aufgrund seines Bio-Diesel Anteils nur ca. sechs Monate Lagerfähig. Benzin verliert zwar an “Leistungskraft”, kann aber länger verwendet werden. In beiden Fällen ist aber ein regelmäßiger Austausch der Kraftstoffe notwendig. Es ist also sinnvoll sich für einen Kraftstoff zu entscheiden, mit dem Sie auch noch andere Verbraucher betreiben können, z.B. ihr Auto, ihren Rasenmäher, etc.. 

4.2 Mobilität

Wie mobil Ihr Stromerzeuger sein muss, ist eine individuelle Frage und kann nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Benzin-Motoren aufgrund ihrer Bauweise deutlich leichter und kompakter sind, als ähnlich leistungsstarke Diesel-Motoren. 
Sofern Sie Ihren Stromerzeuger regelmäßig bewegen wollen, sollten Sie eher auf einen Benzin Stromerzeuger setzen. Zum Vergleich. Ein ca. 5 kW Benziner (z.B. der ESE 506 HG-GT ES ISO DUPLEX) wiegt 111 kg. Ein ca. 5 kW Dieselgenerator (z.B. der YDE7000TD) wiegt 154 kg. 
Deutlich unter 100 kg sind nur mit kleinen Invertern erreichbar, die aber meist unter 3 kW Leistung besitzen und eher für die Direktversorgung von Verbrauchern gedacht sind. Hier tauscht man also Leistung gegen Gewicht. 

Einige Generatoren haben zudem (optionale) Räder, Rollen oder Griffe, die die Mobilität erleichtern. Es gilt hier wie bei allen anderen Punkten: Umso genauer Sie Ihren Anwendungsfall definieren können, desto besser können Sie den perfekten Stromerzeuger für sich finden. 

Auch wenn Ihr Stromerzeuger nicht, oder nur selten bewegt werden muss, bedenken Sie, dass er an seinen Verwendungsort gelangen muss. Bei Geräten mit über 10 kW Leistung ist meist zusätzliches Equipment, wie Hubwagen, Kabelstapler oder sogar Kräne notwendig. Ein oft unterschätztes Hindernis sind zudem kleinere Treppen in Einfahren oder Gärten.  

4.3 Lautstärke

Die Lautstärke eines Stromerzeugers ist vielen Leuten sehr wichtig. Sobald Sie ihren Stromerzeuger aber als Notstromversorgung nutzen und nicht im Dauerbetrieb verwenden, verliert die Lautstärke etwas an Bedeutung. Beachten Sie hierbei, dass es sich in solchen Fällen immer um eine Notsituation handelt. In Notsituationen gelten meist andere “Regeln” als in normalen Zeiten. Sicherlich sehen Nachbarn in solchen Situationen über eventuelle Geräuschstörungen leichter hinweg, unter Umständen sind Sie sogar dankbar, dass jemand in der Nachbarschaft einen Generator besitzt und man seine wichtigsten Akkugeräte dort laden kann. 

Grundsätzlich gibt es die viele Modelle mit Schallkapselung und ohne. Ab einer gewissen Größe ist eine Schallkapselung Standard. Wichtig sind die Unterschiede zwischen Benzin und Diesel Motoren. Benziner sind deutlich leiser als Diesel. Dies führt dazu, dass ungedämmte Benziner oft genauso laut, bzw. leise sind wie gedämmte Dieselgeneratoren. Daher wird gerade im Bereich kompakterer Benzingeneratoren oft auf eine Schallkapselung verzichtet. 

Bei Lautstärke Angaben finden Sie meist zwei Angaben. Den Schallleistungspegel und den Schalldruckpegel (in 7m Entfernung). Der Schallleistungspegel gibt die Lautstärke direkt an der Geräuschquelle an und ist daher nicht sehr aussagekräftig wenn es um die wahrgenommene Lautstärke eines Geräts geht. Der Schallleistungspegel liegt bei Dieselgeneratoren meist bei gut 90 db(A). Der Schalldruckpegel gibt dagegen die Lautstärke in einer bestimmten Entfernung (meist 7m) an. Dies ist die Zahl nach der Sie beim Produktvergleich schauen sollten. Hier wird dann beispielsweise die Wirkung einer Schallkapselung sichtbar. Ein normaler schallgedämmter Dieselgenerator kommt hier auf Werte zwischen 70 und 80 db(A). 

4.4 Autonomie

Die Frage nach der Autonomie, oder auch “wie lange kann mein Stromerzeuger laufen?”, ist gleichbedeutend mit der Frage nach dem abzusichernden Notfall. 
Die meisten Stromausfälle halten nur kurze Zeit an. Zur Überbrückung von wenigen Stunden reichen auch kompakte Stromerzeuger mit kleinen Tanks aus. Sollten Sie sich dagegen für den Fall eines flächendeckenden, tagelangen Stromausfalls rüsten wollen, benötigen Sie ein Gerät mit größerem Tank und meist auch einen externen Kraftstofftank. Beachten Sie, dass eine autarke Versorgung Ihres Gebäudes für mehrere Tage schnell einige hundert Liter Kraftstoff benötigt. Zur Lagerung werden dann spezielle Tanks benötigt. Hier gibt es enorme Unterschiede zwischen Benzin- und Dieseltanks. Mehr dazu finden Sie in Kapitel 4.1.

4.5 Fazit Fragen Kapitel 4

Kapitel 5: Weitere wichtige Punkte rund um Ihren Stromerzeuger

Neben den bereits genannten Punkten sollten Sie auf jeden Fall eine angemessene Pflege, sowie eventuell nützliches Zubehör beachten.

5.1 Zubehör

Je nach Hersteller und Modell gibt es verschiedene optionale Zubehörteile für Ihren neuen Stromerzeuger. Am beliebtesten sind Radsätze und automatische Umschalter (ATS). Bestimmte Teile wie ein ATS können häufig (aufgrund baulicher Veränderungen am Stromerzeuger) nicht einfach nachgerüstet werden, wohingegen Radsätze und ähnliches jederzeit einzeln bestellt und problemlos nachgerüstet werden können. Melden Sie sich gerne bei uns, um die möglichen Zubehörteile für Ihren favorisierten Stromerzeuger zu besprechen. 

5.2 Pflege und richtige Nutzung

Ein Stromerzeuger besteht aus verschiedenen Komponenten. Am meisten Aufmerksamkeit und Pflege bedarf der Verbrennungsmotor. Zwei wichtige Grundregeln sind zum einen “Achten Sie darauf immer genügend Betriebsstoffe im Motor zu haben (Kraftstoff und Öl)” und zum anderen “Lassen Sie Ihren Generator regelmäßig laufen”. Wie jeder Verbrennungsmotor sollte auch der Motor Ihres Stromerzeugers regelmäßig laufen. Je nach Hersteller gibt es hier unterschiedliche Angaben. Die konservativsten verlangen eine Laufzeit von mind. 15 Minuten jeden Monat. In der Realität reicht ein Probelauf pro Quartal aber meist aus. Schalten Sie Ihren Stromerzeuger an und nutzen Sie ihn 15 bis 30 Minuten. Um die gesamte Einspeisungslösung zu testen, können Sie den Strom auch einspeisen und so auch die anderen Bauteile einem Probelauf unterziehen. 

5.3 Fazit Fragen Kapitel 5

Kapitel 6: Schnellcheck inkl. Produktübersicht Stromerzeuger

Die wichtigsten Kriterien für eine Versorgung mit Notstrom sind Leistung, Kraftstoff, Gewicht und Spannung. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über verschiedene Produkte, die wir für unterschiedliche Anwendungsfälle empfehlen. In unsere Empfehlung fließt neben der technischen Eignung auch die aktuelle Verfügbarkeit der einzelnen Modelle ein.

6.2 Wichtige Stromerzeuger Eigenschaften und Produktübersicht

Leistung Kraftstoff Gewicht Spannung Empfohlenes Modell Verfügbarkeit
ca. 3 kW
Benzin
ca. 40 kg
230V (eine Phase)
kurzfristig
ca. 5 kW
Benzin
ca. 100 kg
230V (eine Phase)
kurzfristig
ca. 5 kW
Diesel
ca. 150 kg
230V (eine Phase)
kurzfristig
ca. 7 kW
Benzin
ca. 160 kg
230V (eine Phase)
ca. 9 Monate
ca. 10 kW
Diesel
ca. 250 kg
230V (eine Phase)
kurzfristig
ca. 5 kW
Benzin
ca. 100 kg
400V (drei Phasen)
ab KW 17 2023

Letztes Update: 05.08.2022

Kapitel 7: Fachwortverzeichnis zum Thema Notstromversorgung und Stromerzeuger

Fachbegriff Erklärung
Schieflast
Eine Schieflast tritt immer dann auf, wenn die Phasen eines dreiphasigen Generators unterschiedlich belastet werden. Dies kann vor allem im Bereich der Gebäudeeinspeisung auftreten. Lesen Sie hierzu Kapitel 1.3 in diesem Ratgeber
AVR
Die Average Voltage Regulation (AVR) sorgt für eine elektronisch geregelte Ausgangsspannung. Sie erlaubt es Ihnen somit auch empfindliche elektronische Geräte zu betreiben.
einphasig
Einphasige Generatoren liefern 230V Strom. Mit Ihnen können Sie 230V Verbraucher betreiben, oder auch in einer dreiphasigen Hausinstallation alle Phasen der Gebäudeinstallation mit der einen Phase des Generators betreiben. Ein Betrieb von 400V Verbrauchern ist mit diesen Generatoren nicht möglich.
dreiphasig
Dreiphasige Generatoren liefern 400V und können somit auch 400V Verbraucher betreiben. In einer Gebäudeinstallation kann jede Phase des Generators eine Phase der Gebäudeinstallation versorgen. Wichtig hierbei: Sie benötigen einen Generator mit hoher Schieflasttauglichkeit.
Inverter
Die Inverter Technologie sorgt wie eine AVR für eine konstante Ausgangsspannung. Generatoren werden meist als Inverter bezeichnet, wenn diese klein und mobil sind. Typische Anwendungsfälle sind Camping und Garten. Inverter gibt es nur als einphasige 230V Geräte.

Beratung/ Persönlicher Kontakt zu unseren Experten

Gerne können Sie sich jederzeit bei uns melden und Ihre Anliegen mit uns in einem persönlichen Gespräch klären. Wir sind per Mail und per Telefon erreichbar. 
Wenn Sie ein etwas längeres Beratungsgespräch wünschen, können Sie auch über unseren Kalender einen Termin buchen, zu dem Sie dann einer unserer Experten anruft. Alle Beratungen sind selbstverständlich kostenlos und unverbindlich. 

Häufige Fragen zu Stromerzeugern

Welchen Stromerzeuger brauche ich?

Um den richtigen Stromerzeuger für Sie zu finden, ist es vor allem wichtig, dass Sie genau wissen welche Geräte Sie wo wie lange betreiben wollen. Verschiedene Genererator Typen haben verschiedene Eigenschaften. Die wichtigste Frage ist die nach der benötigten Leistung. Schauen Sie hierzu nach welche Leistung Ihre Verbraucher benötigen (meist in Watt auf dem Typenschild oder der Verpackung eines Gerätes). Außerdem benötigen viele elektronischen Verbraucher einen Anlaufstrom, der den Strombedarf auf das 4 bis 5 fache erhöhen kann. Hier ist auch zu berücksichtigen, ob Sie alle Geräte gleichzeitig einschalten können, oder müssen. Beachten Sie außerdem, dass sensible Verbraucher, wie z.B. Fernseher, nicht von jedem Generator schadensfrei betrieben werden können.  Darüber hinaus ist es wichtig, ob Ihnen 230V genügen, oder Sie evtl. 400V (Drehstrom) einsetzen wollen.  

Ebenfalls zu bedenken ist das Gewicht des Generators, oder wie viel Sie ihn mit oder ohne Hilfsmittel bewegen müssen oder wollen. Auch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, wie häufig Sie den Generator vermutlich nutzen werden und wie lange er am Stück laufen soll. Außerdem spiel häufig der Geräuschpegel, je nach Einsatzort eine wichtige Rolle. Diese Punkte beeinflussen die Bauart und die Kraftstoffwahl Ihres Generators. 

Wir haben die wichtigsten dieser Eckpunkte in unserem Produktfinder für Sie zusammengefasst. Hier können Sie sich durch die verschiedenen Fragen klicken und Ihre Angaben machen. Wir erstellen Ihnen im Anschluss automatisch ein Bedarfsprofil und eine Liste an potenziell in Frage kommenden Stromerzeugern. Falls Sie danach noch mit einem unsere Experten sprechen möchten, kontaktieren Sie uns einfach. Unsere Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier

Was ist die Inverter Technik?

Inverter Stromerzeuger zeichnen sich im Vergleich zu herkömmlichen Stromerzeugern vor allem dadurch aus, dass Sie eine konstante Spannung ohne Schwankungen bereitstellen können. Inverter Erzeuger besitzen einen Wechselrichter, der Wechselstrom erst in Gleichstrom und dann wieder in Wechselstrom wandelt und so elektronisch dafür sorgt, dass immer eine konstante, sinusförmige Spannung abgegeben wird. 

Motor und Generator sind bei Invertern getrennt und können auch mit unterschiedlichen Frequenzen laufen. Außerdem kann ein Inverter mit niedrigerer Drehzahl laufen, wenn kein großer Bedarf besteht. Das reduziert natürlich Treibhausgas-Emissionen und die Betriebskosten, da so weniger Kraftstoff benötigt wird, als wenn der Erzeuger immer mit voller Leistung laufen müsste. 

Durch die konstante Spannung können auch empfindlichere elektronische Verbraucher, wie PCs oder Fernseher betrieben werden. Zwar kommt es auch im herkömmlichen Stromnetz zu Schwankungen, diese sind allerdings so gering, dass Sie empfindliche Verbraucher nicht beschädigen. Bei herkömmlichen Stromerzeugern können die Schwankungen allerdings so groß sein, dass diese empfindlichen Geräte beschädigt, oder sogar komplett zerstört werden.  

Welche Leistung sollte mein Stromerzeuger liefern können?

Welche Leistung Ihr Stromerzeuger benötigt, ist mit die wichtigste Frage, mit der Sie sich beschäftigen müssen. Die Entscheidung für einen bestimmten Stromerzeuger ist sehr individuell. Sie müssen Ihren Anwendungsfall sehr gut kennen, um den idealen Stromerzeuger auswählen zu können. 

Um den Leistungsbedarf korrekt zu bestimmen schauen Sie am besten die Verbräuche alle potenziellen Verbraucher nach und addieren diese auf. Sie können hier auch eine Art Ober- bzw. Untergrenze für sich definieren. Also welche Geräte müssen in jedem Fall (und gleichzeitig) betrieben werden und was wäre der Bedarf wenn wirklich jeder Verbraucher gleichzeig betrieben wird. Wenn diese beiden Grenzen bei Ihnen weit auseinander liegen, kommen evtl. unterschiedliche Stromerzeuger Typen in Betracht. 

Wichtig ist, dass Sie den Anlaufstrom, den die Geräte benötigen mit berücksichtigen. Der benötigte Anlaufstrom kann bis zu vier- oder fünffach so hoch sein, wie der eigentliche Bedarf eines Verbrauchers. Dieser Anlaufstrom wird zwar nur sehr kurz benötigt, dennoch muss der Erzeuger diesen bereitstellen können. Falls Sie die Möglichkeit haben die Verbraucher einzeln anzuschalten,  benötigen Sie keinen so großen Anlaufstrom wie wenn Sie alle Verbraucher gleichzeitig einschalten müssen oder wollen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Leistung Ihre Verbraucher als Anlaufstrom benötigen können sie diesen bei den jeweiligen Herstellern erfragen, im Internet nachschauen, oder pauschal den fünffachen Bedarf in Ihre Rechnung einbeziehen, um auf der sicheren Seite zu sein. 

Kann ich grundsätzlich alle elektrischen Geräte mit jedem Generator betreiben?

Nein, nicht alle Verbraucher können (sollten) mit allen Stromerzeugern betrieben werden. Sensible Elektronische Geräte können Schaden nehmen, wenn die Stromstärke zu stark schwankt. Wie bei der Leistungsfrage ist es auch hier wieder entscheidend seine Anwendungsfälle genau zu kennen. Z.B. können Inverter Generatoren sensible Geräte bedenkenlos betreiben, da hier durch einen eingebauten elektronischen Wechselrichter der Strom einmal in Gleichstrom und dann wieder in "sauberen" immer gleichmäßig sinusförmigen Wechselstrom gewandelt wird. Wenn Sie aber auch sehr große Verbraucher mit Ihrem Erzeuger betreiben wollen, ist ein kleiner Inverter jedoch keine gute Wahl. Falls Sie sowohl empfindliche Geräte und größere induktive Verbraucher betreiben wollen, gibt es elektronisch geregelte Alternativen, wie z.B. die Duplex Reihe des Herstellers Endress. 

Wenn Sie sich nicht sicher sind, verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über Ihren Anwendungsfall. Gerne können Sie uns anschließend per Mail oder telefonisch kontaktieren. 

Was gibt es bei einer Gebäudeeinspeisung zu beachten (Kurzversion)?

Grundsätzlich sollten Sie sich fragen welche elektronischen Verbraucher Sie im Notfall zwingend weiterhin betrieben wollen. Dann kommt es darauf an, wie oft bei Ihnen (vermutlich) das Hauptnetz ausfällt. Sollten Sie in einem Gebiet wohnen indem öfter der Strom ausfällt, macht eine komfortablere Lösung in Form einer kompletten Gebäudeversorgung durchaus Sinn. Wenn Sie sich "nur" gegen einen seltenen, flächendeckenden Stromausfall absichern wollen, ist in vielen Fällen auch eine direkte Versorgung von besonders wichtigen Geräten möglich. Bedenken Sie, dass es sich hierbei um einen Notfall handelt und im Notfall benötigt man Strom für wenige Geräte, Kühlschrank, Heizung, Herd, etc.. Komfortabler ist dagegen auf jeden Fall eine Gebäudeversorgung, mit der Sie alle elektrischen Verbraucher in Ihrem Gebäude ganz normal weiter benutzen können. 

Hierzu müssen in Ihrer Gebäudeinstallation von einer Elektrofachkraft die Voraussetzungen für eine Einspeisung geschaffen werden. Sprich Einspeisestecker, eventuell eine Umschaltung, etc. müssen fest installiert werden. In diesem Zuge kann dann auch der Stromerzeuger fest verbaut und verkabelt werden, zum Beispiel mit einem E-ATS. Ein E-ATS schaltet den Stromerzeuger im Falle eines Blackouts automatisch dazu. Falls Sie Ihren Stromerzeuger auch mobil nutzen wollen, also zwischen Einspeise- und Feldbetrieb wechseln wollen, dann muss eine IT-TN Umschaltung mit Einspeisesteckdose im Stromerzeuger verbaut sein. Die Variante mit IT-TN ist immer nur für eine manuelle Umschaltung geeignet.

Alles in allem hängt es also davon ab welche Geräte Sie wie und wo mit Strom versorgen wollen. Falls Sie Ihren Anwendungsfall genauer mit einem unserer Experten besprechen wollen, melden Sie sich gerne unter service@maschinen.com.

Wichtig: Eine Gebäudeeinspeisung ist insgesamt komfortabler, aber auch deutlich teurer als eine zeitweise direkte Versorgung von elektronischen Verbrauchern. Beachten Sie bitte, dass eine Gebäudeeinspeisung ohne eine Elektrofachkraft nicht zu realisieren ist.
Für die korrekte Installation der gesamten Einspeisungslösung muss unbedingt eine Elektrofachkraft zu Rate gezogen werden. Die korrekte, gebäudespezifische Planung und den Einbau der Einspeisungslösung muss immer durch einen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Ferner beachten Sie die AGB Ihres Stromlieferanten. Es können von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen existieren.